Orangentorte mit Schokoladenknusperboden & Glanzglasur

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Die Zeit der Orangen neigt sich dem Ende entgegen, sicheres Zeichen auch für das Ende des Winters. Viele von uns warten wahrscheinlich schon händeringend auf die ersten Erdbeeren und den Spargel, doch dafür ist es, zumindest in unseren Gefilden, noch viiiel zu früh. Konzentrieren wir uns also auf das, was wir noch problemlos am Obststand bekommen, nämlich beispielweise Orangen 😉 .

Diese Torte, die euch unmissverständlich auf die enthaltene Frucht hinweisend, entgegenleuchtet, habe ich lange in meinem Kopf hin und her kreiert. Fruchtig sollte sie werden und irgendwie wollte ich auch eine Knusperschicht einarbeiten. Nach und nach formte sich der Plan und landete in meinem Notizbüchlein, das ich immer bei mir habe, falls mir etwas in den Sinn kommt. Was daraus geworden ist seht ihr hier 🙂 .

Wer meinen letzten Beitrag aufmerksam angeschaut hat, kommt diese Torte wahrscheinlich schon bekannt vor 😉 . Genau! Sie stand auf dem Geburtstags Kuchenbuffet meiner Tochter Tessa und fühlte sich dort, zwischen all ihren anderen leckeren Kuchen und Torten, ziemlich wohl. Der Grund, weswegen meine Torte beim Fototermin noch ein wenig verfroren aussieht ist der, dass meine Fotosession einen Tag vor dem Geburtstag stattfand. Um nun die Kühlung möglichst wenig zu unterbrechen, wurde sie, noch leicht im Inneren angefroren, im Bild festgehalten und wanderte anschließend sofort wieder in den Kühlschrank.

Die Kombination Orange und Schokolade ist ein Klassiker. Mit Recht, würde ich sagen, denn beides passt einfach fabelhaft zusammen. Für Schokogenuss sorgt der fluffige Schokoladenbiskuit auf dem ich eine Knusperschicht aus zarten Waffeln, Coco Pops und Schokolade gestrichen habe. Und in der herrlichen Orangenmousse nach einem Rezept von Bernd Siefert findet auch noch eine saftige Fruchtschicht Platz.

Orangentorte mit Schokoladenboden & Glanzglasur

Fruchtschicht (muss mindestens 4 Stunden eingefroren werden)

  • 260 g Orangenpüree aus ca. 4-5 Orangen (Zubereitung s. u.)
  • 1 El. Zitronensaft
  • 1 EL. Orangenlikör
  • ½ Teel fein abgeriebene Bio-Orangenschale
  • 20-30 g Zucker (je nach Süße der Orangen)
  • 1 El. Orangenmarmelade
  • 3½ Blätter Gelatine

Die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Einen 18 cm – Tortenring  mit Frischhaltefolie bespannen und auf eine Platte setzen oder alternativ eine 18er Springform mit Folie auslegen. – Orangen mit einem Messer schälen und das Fruchtfleisch mit einem scharfen Messer in Filets herauslösen. Dabei den Saft auffangen. Es sollten keine Häutchen der Orangen hineingelangen! Die Orangenfilets mit einem Stabmixer fein pürieren. Orangenpüree mit dem Zitronensaft, dem Orangenschalenabrieb und dem Zucker erhitzen. Vom Herd nehmen und den Likör, sowie die Orangenmarmelade einrühren. Anschließend die Gelatine darin auflösen und die Fruchtmasse in den Tortenring bzw. die Springform füllen und einfrieren. Darauf achten, dass die Form waagerecht und gerade steht, damit die Fruchtscheibe später gleichmäßig dick ist.

Biskuit mit Knusperschicht (muss mindestens eine Stunde eingefroren werden)

  • 2 Eiweiß
  • 65 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 2 Eigelbe
  • 30 g Mehl
  • 25 g Stärke
  • 15 g Kakao
  • 10 g gemahlene Mandeln

Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Eiweiß mit Zucker und Salz steifschlagen. Die Eigelbe sachte einrühren. Mehl, Stärke und Kakao mischen und darüber sieben. Zusammen mit den gemahlenen Mandeln unterheben. Den Teig ca. 1 cm dick auf ein mit Backpapier oder Silikonmatte belegtes Blech streichen und ca. 10 Minuten backen. Anschließend mit einem Tortenring einen Kreis von 18 cm Durchmesser ausstechen. Den Biskuit in dem Ring belassen und die Knusperschicht zubereiten. Biskuitreste können vernascht werden 😉 .

  • 15 g Schoko-Puffreis (Coco-Pops)
  • 15 g Crepes dentelles* (zarte Waffelröllchen)
  • 70 g. geschmolzene dunkle Kuvertüre
  • 1 kl Teel. neutrales Öl (z.B. Sonnenblumenöl)

Kuvertüre schmelzen. Coco-Pops und Waffelröllchen mischen und leicht zerdrücken. Die geschmolzene Kuvertüre und das Öl darübergeben, vermengen und auf dem gebackenen, abgekühlten Biskuit verteilen. Glattstreichen und die Form noch einmal für 2 Minuten in den Backofen stellen. Abkühlen lassen und mindestens 1 Stunde einfrieren.

Orangencreme (Bernd Siefert)

  • 3½ Blätter Gelatine
  • 50 g Puderzucker
  • 3 Eigelbe Gr.L oder 4 Eigelbe Gr. M
  • 300 g frisch gepresster Orangensaft
  • 2 El. frisch gepresster Zitronensaft
  • feiner Abrieb von 1 ½ Bio Orangen
  • 210 g weiße Kuvertüre, fein gehackt
  • 430 g Schlagsahne

Gelatine in eiskaltem Wasser einweichen.  Kuvertüre fein hacken. Eigelbe und Puderzucker in einer Schüssel verrühren. Orangen- und Zitronensaft, sowie der Abrieb der Orange in einem kleinen Topf aufkochen lassen und über die Eigelbmasse geben. Verrühren und wieder zurück in den Topf gießen. Bei milder Hitze unter ständigem Rühren auf 85 Grad erhitzen (mit einem Thermometer kontrollieren). Die Gelatine in die pasteurisierte Creme rühren und diese über die gehackte Kuvertüre geben. Eine Minute warten und dann glattrühren. In den Kühlschrank stellen, dabei immer einmal umrühren und schauen, wann sie beginnt zu gelieren. Dann erst die Sahne cremig schlagen und unter die Orangencreme heben.

Aufbau

Die Torte wird „über Kopf“ aufgebaut. Dafür einen Tortenring mit 20 cm Ø mit Frischhaltefolie bespannen, mit Tortenrandfolie auskleiden und auf eine Platte stellen oder eine entsprechende Springform verwenden. Circa ein Drittel der Orangencreme einfüllen. Die gefrorene Fruchtschichtplatte mittig platzieren (darauf achten, dass sie gerade und waagerecht liegt!) und diese mit wiederum ca. einem Drittel Orangencreme bedecken. Den gefrorenen Biskuit mit der Knusperseite nach unten einlegen und die Seiten mit der restlichen Orangencreme ausfüllen und glattstreichen. Die Torte mit Folie bedecken und über Nacht einfrieren.

Mirror Glaze – Glanzglasur

  • 6 Blätter Gelatine
  • 150 g Glucosesirup *
  • 75 g Wasser
  • 150 g Zucker
  • 100 g gesüßte Kondensmilch (z. B. ‚Milchmädchen‘)
  • 150 g weiße Kuvertüre, gehackt oder Pellets
  • orange Lebensmittelfarbe (ich habe Gelfarbe verwendet)
  • etwas weiße Lebensmittelfarbe* (Titanoxid)

Die  Gelatine in  eiskaltem Wasser einweichen. Glucosesirup, Wasser und Zucker in einem Kochtopf zum Kochen bringen ( gut 100 Grad). Dann den Topf von der Platte ziehen und unter Rühren zunächst die gesüßte Kondensmilch hinzufügen, dann die Gelatine darin auflösen lassen und sogleich die weiße Kuvertüre dazugeben. Eine Minute warten, dann wieder Rühren, bis keine Klümpchen von der Kuvertüre mehr vorhanden sind. Nun die orange Lebensmittelfarbe  und ganz wenig weiße Farbe unterrühren. Die Masse kann nun mit dem Stabmixer durchgemixt werden, jedoch ohne Luftblasen zu erzeugen! Die Glasur anschließend durch ein Sieb gießen, um sicher letzte Klümpchen zu entfernen. Die Oberfläche des Mirror Glaze mit Frischhaltefolie bedecken und bis zur Verwendung in den Kühlschrank stellen.

Fertigstellung

Die Mirror Glaze im Wasserbad erwärmen, so dass sie sich wieder verflüssigt. Vom Herd nehmen und warten bis sie ca. 35 Grad erreicht hat. Dann ist die richtige Verarbeitungstemperatur erreicht. Die gefrorene Torte etwas erhöht auf eine umgedrehte Schüssel o. ä. stellen, die wiederum auf einer Platte steht, die die überlaufende Glasur auffängt. Die Glanzglasur zügig und gleichmäßig, von der Mitte ausgehend über die gefrorene Torte gießen. Dabei nichts auslassen! Mit einer Palette noch einmal über die Oberfläche ziehen, um überschüssige Glasur ablaufen zu lassen. Das alles muss schnell gehen, da die Glasur auf der gefrorenen Torte schnell fest wird und jegliche Korrekturen und Unebenheiten sichtbar bleiben. Die Torte kann dann vorsichtig auf einen Teller gesetzt werden und muss nun 2-3 Stunden auftauen. Dann kann sie mit Schokoladenelementen dekoriert werden.

Mit Klick auf das Rezeptfoto gelangt ihr zu einer druck- und speicherbaren PDF:

Als Schokoladendeko dienten mir, wie schon öfter, fertig gekaufte hauchdünne Schokoplättchen. Die sind total praktisch, wenn man sich die Arbeit des Temperierens der Schokolade sparen möchte 😉 . Die restliche Deko ist dann aber doch so entstanden 😉 .

In dieser Woche hatte ich mal wieder Spätdienst. Eigentlich unbeliebt bei mir, doch andererseits habe ich vormittags oft mehr Energie zum Backen und Bloggen. Und so sind wieder einige Leckereien entstanden (auch nicht so aufwändige wie diese Orangentorte 😉 )! Ihr werdet also auch in nächster Zeit hier mit Kuchen versorgt!

Doch nun wünsche ich euch allen ein schönes Wochenende, jede Menge Backspaß und immer ausreichend Kuchen auf dem Teller 😀 !

 

Herzlichst

Eure MaLu ♥♥♥

*Affiliatelink

 

Sesam-Ingwer Knusperblätter

Heute gibt’s statt Torten und Tartelettes mal wieder etwas zum Knuspern!

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Wusstet ihr, das man neben Heißhunger auf Süßes oder Herzhaftes, auch Heißhunger auf Knuspriges haben kann? Habe ich neulich in der Zeitung gelesen. Der Genuss knuspriger Lebensmittel soll Stress und Aggressionen abbauen. Naja,… ob ich das nun so glauben soll? Nichtsdestotrotz – schaden kann es wohl nicht! Besonders wenn es in Form dieser Crispy Sesam-Knusperblätter daherkommt.

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Die Knusperblätter sind fix zubereitet und erinnern in der Arbeitsweise an die Glückskekse, die ich hier vorgestellt habe. Und doch unterscheiden sie sich grundlegend. Die Sesamblätter sind äußerst knusprig, sehr zart, irgendwie karamellig und haben durch den enthaltenden Ingwer und den Sesam eine ganz leicht exotische Note. Man kann sie einfach so aufknuspern oder, wie hier unten im Bild, zum Dessert servieren.

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Einfach köstlich! Granatapfelkerne ins Glas füllen, Quark-Joghurtcreme mit Yuzusaft daraufgeben und mit einem Sesam-Knusperblättchen garnieren. ♥

Aber jetzt wollt ihr sicher wissen wie’s geht.

Zutaten für ca. 18 – 20 Knusperblätter:

  • 40 g Butter
  • 40 g Zucker
  • 2 El heller Sirup (ich habe Grafschafter genommen)
  • 40 g Mehl
  • 1/2 Teel. gem. Ingwer
  • 1 Prise Salz
  • 1 El. Brandy (musste ich erstmal in unserem Schrank suchen ;-))
  • 2 Teel. Zitronensaft
  • 1 geh. El. Sesam

Zubereitung:

Backofen auf 190 Grad vorheizen. 2 Streifen Backpapier vorbereiten.

Sesam in einer kleinen Pfanne leicht anrösten.

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Butter, Zucker und Sirup in einem kleinen Topf erhitzen und glattrühren.

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Das Mehl, den Ingwer und das Salz in eine Schüssel sieben…

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…und mit den flüssigen Zutaten und dem Sesam zu einem relativ flüssigen Teig verrühren.

Auf dem ersten Streifen Backpapier platziert ihr in ausreichendem Abstand je drei Teelöffel von dem Teig. Diese Teigflecken verstreicht ihr mit einer kleinen Palette oder einem Esslöffel zu Kreisen von etwa 5 cm. Durchmesser.

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Diese kommen nun für 3-4 Minuten in den heißen Backofen. Wenn der Rand braun wird sind sie gut. In der Zwischenzeit schon mal die zweite Lage Knusperblätter vorbereiten!

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Jetzt eine Minute auskühlen lassen und dabei das Backpapier zur Hälfte zusammen halten, damit die Kekse schon einmal eine Krümmung bekommen.

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Danach vorsichtig vom Papier lösen und auf etwas Küchenpapier (saugt überschüssiges Fett auf) auskühlen lassen. Evtl. dabei der Krümmung etwas nachhelfen. Solange sie warm sind gelingt das leicht. Kleiner Tipp: Bevor ihr das Backpapier für die nächste Lage Knusperblätter benutzt,  wischt das ausgetretene Fett, das die ‚Vorgänger‘ hinterlassen haben, mit etwas Zellstoff ab. Dann lässt sich der Teig besser verstreichen.

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Durch die schnelle Garzeit habt ihr im Nu eine ganze Schale Crispy Sesam-Knusperblätter produziert. Sie sollten am besten frisch weggeknuspert werden, halten sich aber auch ohne weiteres einige Tage in einer gut verschlossenen Keksdose.

Meine liebe Bloggerkollegin Sarah, auch genannt Frau Knusper, hat sich in ihrem Blog Das Knusperstübchen (wie könnte er anders heißen ;-)) ganz allem Knusprigen gewidmet. Und da sie davon nie genug bekommen kann, hat sie einen Aufruf nach kleinen Knusperrezepten gestartet. Dieses Rezept ist für dich, Sarah! 🙂

Ich wünsche euch viel Spaß beim Backen und beim Knuspern!

Macht es euch schön 🙂

Eure MaLu ♥♥♥

 

Rezeptquelle: Petits fours – Murdoch Books