Erdbeertörtchen mit Zitrone & Basilikum – Backen auf Sizilien

Wer annimmt, dass Bloggen eine einsame Angelegenheit wäre, man hinter seinem Schreibtisch sitzt und seine Herzensangelegenheiten anonym in die Welt hinausschickt, der hat sich ganz schön getäuscht. Die sogenannten Social Media, wie Facebook und Instagram beispielsweise, sorgen durchaus dafür, dass Kontakte entstehen. Und nicht nur virtuelle, sondern auch echte Kontakte! Natürlich nur wenn man dies auch will! Ich habe es ja hier schon öfter beschrieben, wie sehr ich diesen Kontakt mit meinen LeserInnen und BloggerkollegInnen mag.

Erdbeertörtchen mit Zitrone, Basilikum und Mirror Glaze

Manchmal sind’s nur ein paar Worte, Komplimente oder Fragen. Doch manchmal entsteht auch so etwas wie eine „Brieffreundschaft“ (das Wort gibt’s heute, glaube ich, gar nicht mehr – haha!!). So ist es mir jedenfalls mit Caro gegangen, einer ebenfalls ‚backverrückten‘, humorvollen, jungen Frau, die zur Zeit mit ihrem Mann auf Sizilien lebt. Auf Instagram kamen wir vor rund einem Jahr ins „Gespräch“, waren uns sofort sympathisch und schrieben manchmal spät abends noch hin und her, während unsere Männer neben uns schon eingeschlafen waren 😀 . Sie erzählte mir u. a. vom Sagra del Pistacchio in Bronte und schickte mir Fotos und Tipps von Leckereien und Restaurants, die mir das Wasser im Mund zusammenlaufen ließen. „Wir wollten auch schon immer mal nach Sizilien“, schrieb ich eines Abends. „Oh ja,“ schrieb Caro zurück. „Dann müsst ihr uns aber besuchen!“ Gesagt – getan! Als wir Anfang Mai nach Sizilien starteten, stand schon eine Einladung zum Essen bei Caro und Marco auf unserem Terminplan 🙂 .

Erdbeertörtchen mit Zitrone, Basilikum und Mirror GlazeEin Gastgeschenk hatte ich mir schon zu Hause überlegt. Schließlich sollte es die Reise im Koffer überstehen und zu Caro passen. Ich wählte eine Herz Silikonform aus, denn ich wusste bereits, dass die Hochzeit der beiden vor der Tür stand . Naja, und Backkram kann jemand wie sie ja immer gebrauchen 😀 .  Kurz bevor wir uns zur halbstündigen Fahrt in Richtung Ätna, an dessen Hang Caro und Marco ein Häuschen haben, starteten sagte mein Mann : „Sag mal, ihr kennt euch doch gar nicht! Habt ja nicht einmal telefoniert! Was ist wenn ihr euch nicht mögt?“ Haha 😀 , da hatte ich überhaupt keine Bedenken! Und wie sich herausstellte, hatte Caro die auch nicht. Unser Blind Date zu viert wurde ein superschöner Abend mit lebhaften Gesprächen, oberleckerem Essen und einer weiteren Verabredung zum Backen von Herztörtchen. Ich solle mir doch mal ein Rezept ausdenken 😉 . Mir fiel auch relativ schnell etwas ein, was all die leckeren Köstlichkeiten Siziliens in sich vereinen würde. Überall auf dem Markt lachten mich Erdbeeren an, Amalfi Zitronen gab’s für 50 Cent das Kilo (ein Traum!), Pistazien waren ja gewissermaßen schon eine Pflichtzutat und Basilikum passt einfach super dazu und ist zudem ein italienischer Klassiker. Erdbeertörtchen backen auf Sizilien

Da die Törtchen aber eine Nacht gefroren werden mussten, übernahm Caro die ganze Vorarbeit. Per WhatsApp ging das „Mirror-Glaze-Coaching“  hin und her, denn sie hatte in der Aufregung Fahrenheit mit Celsius auf dem Thermometer verwechselt und geriet kurzfristig in Panik. 😀 Wir haben uns kringelig gelacht! Doch sie ist schließlich eine wirklich erfahrene Bäckerin und als ich zu unserem nächsten Date eintraf waren Törtchen und Glasur tadellos vorbereitet. Beim Überziehen der Törtchen mit Mirror Glaze legten wir dann gemeinsam Hand an. Erdbeertörtchen backen auf Sizilien

Nachdem wir hin und her überlegt hatten, wie den Deko aussehen solle, kristallisierte sich fast wie von selbst heraus, dass man aus einem Herz auch eine überdimensionale Erdbeere zaubern kann . Et voilà:

Erdbeertörtchen mit Zitrone, Basilikum und Mirror Glaze

Wir waren mit der Optik mehr als zufrieden 🙂 . An der Rezeptur allerdings musste noch ‚geschraubt‘ werden, denn die Konsistenz war uns etwas zu fest und die Crememenge hatte nur 5 Törtchen ergeben. Etwas weniger Gelatine, dafür mehr Zitrone und Sahne.

Erdbeertörtchen backen auf Sizilien Lecker war’s aber trotzdem, wie man sieht 😉 .

Erdbeertörtchen mit Zitrone, Basilikum und Mirror Glaze

Erdbeertörtchen mit Zitrone & Basilikum

Zutaten für ca. 8 Törtchen in folgenden Silikonformen: Petit Fours Form* und Amorini-Herzförmchen*

Erdbeereinlage

  • 130 g Erdbeerpüree, ungesüßt, aus pürierten, durch ein Sieb gestrichene Erdbeeren
  • 1 El (15 g) Zucker
  • 1 ½ (2,5g) Blattgelatine

Gelatine in eiskaltem Wasser einweichen. Erdbeerpüree und Zucker verrühren. Die eingeweichte Gelatine bei milder Hitze in einem kleinen Topf schmelzen und nach und nach mit dem Erdbeerpüree verrühren. Die Fruchtmasse auf 8 Vertiefungen der Petit-Fours Silikonform verteilen und mindestens 3-4 Stunden oder über Nacht einfrieren. (Tipp: Ich lasse die Masse in der so gefüllten Form immer erst im Kühlschrank fest werden, decke sie dann mit Folie ab und friere sie dann erst ein!)

Pistazienbiskuit

  • 1 Eiweiß Gr. L
  • 1 Prise Salz
  • 30 g Zucker
  • 1 Eigelb
  • 30 g Mehl
  • 10 g gemahlene Pistazien
  • 10 g geschmolzene Butter

Den Backofen auf 180 Grad Ober-/ Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier oder Silikonmatte auslegen. Die Butter schmelzen und bereitstellen. –  Das Eiweiß mit dem Salz steifschlagen, dabei nach und nach den Zucker untermixen. Das Eigelb anschließend sachte einrühren. Das Mehl über die Eimasse sieben und zusammen mit den gemahlenen Pistazien unterheben. Dabei zwischendurch 1 Esslöffel Teig mit der geschmolzenen Butter verrühren und ebenfalls unterheben. Die Butter macht den Teig schön saftig. – Den Teig 1 cm dick, in einem Rechteck von ca. 20×25 cm möglichst gleichmäßig auf das vorbereitete Blech streichen. Bei 180 Grad ca. 10 Minuten backen und anschließend abkühlen lassen. – Mit einem Herz-Ausstecher (bei der oben verlinkten Form ist einer dabei) 8 Herzchen aus dem Pistazienbiskuit ausstechen und bereit legen. – Biskuitreste können vernascht oder z. B. für ein Dessert weiterverwendet werden.

Zitronen-Basilikum Joghurtcreme

  • 15 große Basilikumblätter (oder mehr, je nach Geschmack)
  • 200 g griech. Joghurt 10%
  • 100 g Mascarpone
  • feiner Abrieb 1 Bio-Zitrone
  • 50 ml frisch gepresster Zitronensaft
  • 70 g Zucker
  • 5 Blätter Gelatine
  • 230 g Schlagsahne 35%
  • 30 g Zucker

Die Gelatine in eiskaltem Wasser einweichen. Joghurt, Mascarpone Basilikum, Zitronensaft und -abrieb, sowie 70 g Zucker in ein hohes Gefäß füllen und mit einem Stabmixer pürieren. Die Schlagsahne mit 30 g Zucker in einem separatem Gefäß cremig schlagen. Die Gelatine in einem kleinen Topf bei milder Hitze schmelzen und nach und nach mit der Basilikumcreme verrühren. Anschließend die geschlagene Sahne unter die Creme heben.

Aufbau

Die Zitronen-Basilikumcreme in einen großen Spritzbeutel geben und die 8 Mulden der Herzform zu ca. ¾ mit der Creme füllen. Die gefrorenen Erdbeereinlagen aus der Silikonform lösen und je eines nicht zu tief in die Basilikumcreme drücken und anschließend mit etwas Creme bedecken. Je ein Pistazienbiskuit Herz auflegen, alles mit Frischhaltefolie bedecken und einfrieren. (Auch hier lasse ich die Törtchen zunächst im Kühlschrank gelieren und friere sie dann erst ein.)

 

Mirror Glaze

  • 10 g (6 Blätter) Gelatine
  • 75 g Wasser
  • 150 g Zucker
  • 150 g Glucosesirup*
  • 100 g gesüßte Kondensmilch (z.B. Milchmädchen)
  • rote Lebensmittelfarbe (ich habe Gelfarbe von Wilton vewendet)
  • 150 g weiße Kuvertüre, fein gehackt oder Callets

Die  Gelatine in  eiskaltem Wasser einweichen. Glucosesirup, Wasser und Zucker in einem Kochtopf zum Kochen bringen ( gut 100 Grad). Dann den Topf von der Platte ziehen und unter Rühren zunächst die gesüßte Kondensmilch hinzufügen, dann die Gelatine darin auflösen lassen und sogleich die weiße Kuvertüre dazugeben. Eine Minute warten, dann wieder Rühren, bis keine Klümpchen von der Kuvertüre mehr vorhanden sind. Nun die Lebensmittelfarbe einrühren.Die Glasur anschließend durch ein Sieb gießen, um sicher letzte Klümpchen zu entfernen. Die Masse nun mit dem Stabmixer aufschlagen, dabei möglichst keine Luftblasen einarbeiten!  Die Oberfläche der Mirror Glaze mit Frischhaltefolie bedecken und bis zur Verwendung in den Kühlschrank stellen.

  • 8 Basilikum-Blattspitzen
  • goldene oder gelbe Minizuckerperlchen

Die Glanzglasur am nächsten Tag über einem Wasserbad auf gut 40 Grad erwärmen, bis sie sich wieder verflüssigt. Zum Übergießen der Törtchen muss sie jedoch wieder etwa auf 35 Grad abkühlen. Dazu die gefrorenen Herztörtchen aus der Silikonform befreien und z.B. auf ein Rost oder auf umgedrehte Eierbecher stellen. Darunter sollte sich eine flache Schale o. ä. zum Auffangen der überschüssigen Glasur befinden. Beim Gießen darauf achten, dass das ganze Törtchen mit Mirror Glaze überzogen wird. Alle Törtchen mit den Zuckerperlchen bestreuen und mit Basilikumblättern dekorieren, so dass sie wie überdimensionale Erdbeeren aussehen 😉 .

 

Die Erdbeertörtchen brauchen nun ca. 1-2 Stunden zum Auftauen. Ich würde sie immer am selben Tag servieren, weil sie frisch glasiert am schönsten aussehen. Sie können aber auch noch am nächsten Tag serviert werden.

Mit Klick auf das Rezeptfoto gelangt ihr zu einer druck- und speicherbaren PDF:

Erdbeertörtchen mit Zitrone, Basilikum und Mirror Glaze

Wieder zu Hause habe ich mich noch einmal hingesetzt und das Rezept überarbeitet. Hier nun meine in Deutschland gebackene Version. Jetzt habe ich für euch ein Rezept für acht Törtchen mit perfekter Konsistenz  .

Erdbeertörtchen mit Zitrone, Basilikum und Mirror GlazeBeim Backen habe ich immer erst ein grobes Konzept im Kopf, die Rezepte entstehen erst während der Zubereitung. Dann schmecke ich, wo etwas fehlt: Zu süß, zu sauer? Wie ist die Konsistenz? Ihr seht, da bin ich eben doch ganz und gar eine Hobbybäckerin, die keine Patentrezepte aus dem Ärmel schüttelt 😀 ! Wie ist es bei euch? Wie macht ihr es?

Erdbeertörtchen mit Zitrone, Basilikum und Mirror Glaze

Ich habe den Erdbeerkern ein wenig größer gemacht, als Caro (sie hatte keine größere Form) und finde, dass nun die Ausgewogenheit zwischen Zitronen-Basilikum Creme und Erdbeere geschmacklich perfekt ist. Die Menge des Basilikums könnt ihr, je nach Geschmack, selbst bestimmen. Die Idee von Caro, zum Schluss etwas winzig klein geschnittenes Basilikum in die Creme zu geben, kann ich nur weiterempfehlen und würde ich selber beim nächsten Mal so machen!

Dolce shop - Catania

An dieser Stelle möchte ich mich nun noch einmal von Herzen bei Caro bedanken: Für eure Gastfeundschaft, für unsere lustige Backensession mit Fototermin 😀  und für die vielen Ratschläge, wo es was Feines auf Sizilien zu entdecken gibt. Nicht zu vergessen, den Tipp mit dem Dolce Shop in Catania, wo ich beinahe einen Kaufrausch bekommen hätte, den mein lieber Mann rechtzeitig verhindern konnte 😀 ! –  Ihr alle werdet also demnächst wieder mit Törtchen und Torten in unterschiedlichen Formen beglückt. Dafür braucht ihr aber nicht nach Sizilien zu fliegen, denn hier bei Cardin Deko* , meinem Lieblingsshop, bekommt ihr nicht nur die Herzform, die wir für diese Törtchen verwendet haben, sondern alles was das Bäckerherz sich wünscht.

Erdbeertörtchen mit Zitrone, Basilikum und Mirror Glaze

Im Moment bin ich ganz verrückt nach Erdbeeren und bastele schon am nächsten Rezept mit diesen süßen Früchtchen . Habt alle ein schönes Wochenende! Wir freuen uns mal wieder auf die NordArt Eröffnung, die Samstag ansteht und die wir nie verpassen. Drückt die Daumen, dass die Sonne scheint!

Ganz liebe Grüße

Eure MaLu ♥♥♥

 

*Affiliatelink

Schokoladen-Vanilletarte mit karamellisierten Pecannüssen

Ist hier jemand im neuen Jahr auf Diät?!

Tja, dann seid ihr hier falsch! 😀 Ich starte nach den üppigen Feiertagen nämlich gänzlich schamlos mit einer supercremigen Schokoladen-Vanilletarte mit knackigen karamellisierten Pecannüssen 😀 !

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Ich hoffe, ihr seid alle gut ins Neue Jahr gekommen und freut euch nun auf neue Rezepte und leckere Köstlichkeiten 🙂 . Zugegeben, auch ich muss/möchte im neuen Jahr wieder ein wenig an meiner schlanken Linie arbeiten, aber ganz ehrlich, was wäre ein Leben ohne Genuss 😉 ? Letztlich kommt es doch immer auf das Maß der Dinge an, nicht wahr? Bevor wir uns also die Laune verderben lassen, schlage ich vor, in aller Gemütlichkeit in die Küche zu gehen und diese Köstlichkeit zu backen, um hinterher ein Stückchen dieser einfach umwerfenden Tarte mit allen Sinnen zu genießen und unseren Lieben ein seliges Lächeln zu entlocken ❤ .schokoladen-vanilletarte-mit-karamellisierten-pekannu%cc%88ssen-3

Lecker und köstlich, das sind Eigenschaften, die ich euch für diese Tarte auf jeden Fall versprechen kann! Das Rezept habe ich schon lange auf meiner Liste und als ich nun während des kleinen Urlaubs zwischen den Feiertagen ein wenig Zeit hatte, habe ich es mir endlich vorgenommen.  Douceur lactée heißt die Tarte von Grégory Quéré und ich habe es vor langer Zeit in meiner französischen Pâtisserie Zeitschrift Pâtisseries & Compagnies entdeckt. Ich habe mich weitgehend an das Original gehalten, nur bei den Mengen und bei den karamellisierten Pecannüssen musste bzw. habe ich etwas geändert.

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Die Tarte erinnert ansonsten im Aufbau stark an die Unendliche Vanilletarte von Pierre Hermé. Und dass die einfach sagenhaft lecker schmeckt und mit Recht euer Liebling in 2016 war, spricht dann auch schon wieder für diese Schoko-Vanilletarte. Eingebettet in einen zartknusprigen Haselnussmürbeteig liegt ein mit Vanillesirup getränkte Biskuitschicht in einem Vanilleganachebett. Es folgt eine Knusperschicht aus karamellisierten Pecannussen. Und dann kommt der Knaller! Bedeckt wird diese mit einer samtigen und cremigen Schokoladenschicht, die ihresgleichen sucht. Namelaka nennt sich dieses Schokoladenglück, dass nach meinem Empfinden, noch leckerer ist als eine Mousse au chocolat. Namelaka ist japanisch und heißt so viel wie „ultracremig“ und wurde in der Valhrona School entwickelt. Valhrona ist ein Hersteller hochwertiger Schokolade und Kakaoprodukte. Leider hatte ich keine Schokoladenkuvertüre dieses Herstellers zur Hand, doch auch die von mir verwendete Callebaut Kuvertüre hat ein wunderbares Ergebnis geliefert.schokoladen-vanilletarte-mit-karamellisierten-pekannu%cc%88ssen-8Wichtig dabei ist, möglichst genau auf die Kakaoprozente zu achten, damit die Creme eben auch ultracremig gelingt. Diese Information habe ich aus meinem Buch ‚Schokolade-Die Kochschule‘, denn in dem Originalrezept aus der Zeitschrift standen leider keine detaillierten Angaben. Wie wichtig die genaue Einhaltung ist, wurde mir klar, als ich merkte, dass die Mengenangabe der Namelaka für meine Tarte nicht reichte 😦 . Was nun? Ich habe meine halbfertige Tarte kurzerhand eingefroren und eine neue Portion (etwas weniger als die Hälfte) gekocht. Da ich nicht mehr so viel Kuvertüre hatte, war ich bei den Mengenangaben ein wenig zu „unbekümmert“, wodurch die zweite Portion Namelaka etwas fester geriet. War nicht so schlimm, denn wenn man die Creme sachte rührt und Temperatur annehmen lässt, ließ sie sich trotzdem noch gut verarbeiten. Der Grund für die etwas unregelmäßigen Wellen und Wogen auf meiner Tarte liegt also in dieser Ursache begründet 😉 . Aus dem Grund kann ich aber nun versichern, dass der Einfrierprozess der Tarte nicht geschadet hat 😉 . schokoladen-vanilletarte-mit-karamellisierten-pekannu%cc%88ssen-9

Ihr seht also, auch für mich ist jedes Rezept ein Experiment und eine Lernaufgabe. Und ich freue mich immer, wenn dann trotz kleiner Stolpersteine und Anfängerfehler, ein so köstliches Endergebnis vor der Kamera steht.

Schokoladen-Vanilletarte mit karamellisierten Pecannüssen

Für eine Tarteform* mit Hebeboden – 24 cm Ø

Namelaka – Schokoladencreme (Tags zuvor zubereiten!)

(Dies ist die doppelte Rezeptmenge des Originalrezepts, da die einfache Menge bei mir nicht ausreichte! Nun blieb allerdings ein Rest zum Vernaschen übrig 😉 . Entscheidet selbst, wie dick ihr die Namelakaschicht wünscht )

  • 5 g Gelatine (3 Blätter)
  • 350 g Schokoladenkuvertüre (ich habe Callebaut 54,5 % * verwendet)
  • 200 g Vollmilch
  • 10 g Glucosesirup*
  • 400 g flüssige Sahne 35 %

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Die Gelatine in eiskaltem Wasser einweichen. Die Schokoladenkuvertüre ggf. hacken und im Wasserbad oder der Microwelle auflösen (45 Grad). Die Milch mit der Glucose erhitzen, vom Herd nehmen und die Gelatine darin auflösen. Die heiße Milch mit einem Spatel in drei Schritten unter die geschmolzene Schokolade rühren. Keinen Schreck bekommen, wenn die Schokolade zuerst etwas fester und trockener wird. Immer schön weiterrühren, bis sie glatt gerührt ist. Anschließend die kalte Sahne zur Schokoladencreme geben und mithilfe eines Mixstabs aufemulgieren, ohne dabei unnötig Luft unterzurühren. Die Oberfläche der Namelaka mit Frischhaltefolie bedecken und über Nacht im Kühlschrank fest werden lassen.

Vanillesirup (kann auch einen Tag vorher zubereitet werden)

  • 150 g Wasser
  • ½ aufgeschlitzte Vanilleschote
  • 75 g Zucker
  • 1 El. Rum

Alle Zutaten, bis auf den Rum, in einem kleinen Topf zum Kochen bringen und einige Minuten köcheln lassen. Den Rum hinzufügen und den Sirup in ein Marmeladenglas füllen. Bis zur Verwendung in den Kühlschrank stellen.

Nussmürbeteig

  • 75 g weiche Butter
  • 45 g Puderzucker
  • 25 g gemahlene Haselnüsse
  • 25 g verschlagenes Ei (ca. ½ Ei)
  • 1 Prise Salz
  • 125 g Mehl

Die weiche Butter mit dem Puderzucker cremig rühren, die weiteren Zutaten eines nach dem anderen dazugeben und schnell zu einem glatten Teig verarbeiten. Eine Kugel formen, flachdrücken und in Frischhaltefolie verpackt mindestens 1 Stunde in den Kühlschrank legen.

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Nach der Ruhezeit den Backofen auf 170 Grad Umluft aufheizen. Den Teig dünn ausrollen und in eine gefettete Tarteform (24 cm Ø) legen. Den Teig mit einer Gabel mehrfach leicht einstechen, mit Backpapier auslegen und Backerbsen oder Keramikperlen* einfüllen. 10 Minuten vorbacken. Danach die Perlen und das Backpapier entfernen und die Tarte abermals 10-12 Minuten goldbraun backen. Aus der Form entfernen und auf einem Rost auskühlen lassen.

Biskuiteinlage

  • 2 Eigelb Gr. M
  • 50 g Zucker
  • 2 Eiweiß Gr. M
  • 25 g Mehl
  • 20 g Stärkemehl

Den Backofen auf 180 Grad Ober- /Unterhitze heizen. Das Eigelb mit der Hälfte der Zuckermenge hellschaumig mixen. Das Eiweiß mit dem restlichen Zucker zu Eischnee schlagen. Stärke und Mehl über den Eischnee sieben und zusammen mit der Eigelbmasse unterheben. Den Teig entweder auf ein mit Backpapier oder Silikonmatte ausgelegtes Blech streichen, oder in eine Spritztüte mit 10 mm Tülle füllen und eine Spirale von mindestens 24 cm Durchmesser spritzen. Den Biskuit ca. 8-10 Minuten hellbraun backen., danach auskühlen lassen. -> In der Zwischenzeit die Vanilleganache zubereiten.

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Vanilleganache

  • 160 g weiße Kuvertüre, geschmolzen  (ich habe Callebaut Callets weiß* verwendet)
  • 160 g flüssige Sahne 35 %
  • 1 Vanilleschote

Sahne mit der aufgeschlitzten Vanilleschote aufkochen, Herdplatte ausstellen und  alles 30 Minuten ziehen lassen. Dann in drei Portionen (s. o.) über die geschmolzene weiße Schokoladenkuvertüre gießen und glattrühren.

Aufbau I

Die Haselnusstarte auf eine Platte/ Teller stellen. Den Biskuitkreis ggf. zuschneiden, damit er genau in die Tarte passt (geht gut mit einer Schere).  Anschließend satt von beiden Seiten mit dem Vanillesirup tränken. Ein Drittel der Vanilleganache in die Tarte füllen, den getränkten Biskuitkreis hineinlegen und mit der restlichen Vanilleganache übergießen. Mindestens 2 Stunden in den Kühlschrank stellen. -> In der Zwischenzeit die Pecannüsse karamellisieren.

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Karamellisierte Pecannüsse

  • 150 g ganze Pecannüsse
  • 75 g Zucker
  • 30 g Wasser

Die Pecannüsse auf einem Blech im 170 Grad heißen Backofen 15 Minuten rösten. Zucker und Wasser in einen kleinen Topf geben und auf mittlerer Hitze zum Kochen bringen. Sobald der Zucker karamellisiert (golden wird), die gerösteten Pecannüsse hinzufügen, verrühren und anschließend auf einer Silikonmatte oder Backpapier ausbreiten. Vorsicht heiß!! Abkühlen lassen. Einige Pecannüsse für die Dekoration beiseite legen, die restlichen karamellisierten Nüsse von Hand oder in einem Blitzhacker o. ä. nicht zu fein hacken. Sie sollen ja noch Biss haben!

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Aufbau II

Die vorbereitete Tarte aus dem Kühlschrank holen und mit den gehackten, karamellisierten Pecannüssen bedecken. Die Namelaka ebenfalls aus der Kühlung holen und in einen Spritzbeutel mit St.Honoré Tülle* füllen (natürlich geht auch eine andere Tülle). Die Tarteoberfläche wellenförmig mit der Namelaka bedecken. Die Tarte ist nun servierbereit. Möchte man sie noch mit braunem Velvetspray* besprühen, sollte die Tarte vorher für mindestens eine Stunde tiefgefroren werden! – Hinweis: Die Tarte kann in diesem Zustand auch für einige Tage eingefroren werden. Ich habe sie erst einmal unbedeckt hart frieren lassen und sie dann erst mit Folie bedeckt und gut verpackt tiefgefroren.

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Vor dem Servieren habe ich sie mit dünnen Schokoladenblättchen und den zurückgelegten karamellisierten Pecannüssen garniert.

Mit Klick auf das Rezeptfoto gelangt ihr zu einer druck- und speicherbaren Rezeptansicht:

*MaLu's-PDF-Rezept

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Ja, ihr habt recht! Die Zubereitung ist aufwändig und es braucht seine Zeit, bis dieser Leckerbissen auf dem Tisch steht. Doch ich werde nicht müde zu erklären, dass es sich lohnt! Sicher, solche Torten sind kein Projekt für den Kaffeebesuch, der sich kurzfristig zum Sonntagnachmittag eingeladen hat. Doch wenn ihr mehr Raum für Planung habt, könnt ihr viele der einzelnen Schritte problemlos in aller Ruhe ein bis drei Tage vorher zubereiten.

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Ich höre immer wieder von LeserInnen und NachbäckerInnen, die darüber erstaunt waren, wie einfach es dann letztendlich doch war und wie groß der Stolz, die Freude und der Genuss hinterher ist 🙂 . Mir geht’s übrigens genauso 😉 .schokoladen-vanilletarte-mit-karamellisierten-pekannu%cc%88ssen-10

Die Tarte wurde mir von meinen VerkosterInnen förmlich aus der Hand gerissen 😀 ! Und alle, wirklich alle waren restlos begeistert! Die Cremigkeit, das Knistern der karamellisierten Nüsse und die Geschmackskomposition ist schlicht umwerfend ❤ .

Übrigens sieht die Torte auch ohne Velvetspray besprüht schön aus! Ihr müsst also diese kostspielige Ausgabe nicht unbedingt tätigen. Ich wollte die Optik nur gern so nah wie möglich am Original 😉 .schokoladen-vanilletarte-mit-karamellisierten-pekannu%cc%88ssen-7

Hach, ich freue mich, dass ich es nun doch noch geschafft habe, euch diesen Beitrag am ersten „normalen“ Wochenende im Jahr zu präsentieren. Ich bin heute früh aufgewacht, habe mir Tee gekocht und bin in an meinen Schreibtisch geschlichen 😀 ! Jetzt wird’s aber Zeit für ein leckeres Sonntagmorgen Frühstück!

Macht es euch schön und erhaltet euch die Lust auf Genuss!

Herzlichst Eure MaLu

♥♥♥

 

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Vanilletörtchen mit Orangen-Sanddornkern auf Kürbiskernbiskuit

Da waren’s nur noch sechs …. 😉 – So könnte die heutige Überschrift auch lauten

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Warum? – Weil ich zu Beginn auf acht wunderschöne Törtchen gehofft habe…

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Tja, wer sich dann aber zu ungeschickt anstellt, dem landen dann schon mal zwei der acht Törtchen, frisch glasiert, auf dem Kopf :-/vanilleto%cc%88rtchen-mit-orangen-sanddornkern_0022

Aber mal ehrlich: Eigentlich habe ich mich total gefreut, dass das ganze Unternehmen überhaupt so tadellos geklappt hat. Wenn man sich nämlich etwas vor dem geistigen Auge ausgemalt hat, sich ein Rezept dazu ausgedacht hat und dann noch etwas so Feines dabei herauskommt, da kann man sich doch nur noch glücklich schätzen, oder? Ich bin es jedenfalls wenn ich diese Fotos so anschaue ❤ .

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Mitte Oktober brachte mich mein geschätzter Bloggerkollege Michael mit seinem No Bake Cheesecake mit Sanddorn auf die Idee, endlich mal meinen Sanddornsaft Vorrat aus dem Schrank zu holen und für ein schickes, herbstliches Rezept einzusetzen. Gleichwohl wartete meine Stone-Silikonform* auf ihren ersten Einsatz. Gesagt, getan – hier präsentiere ich euch mein Ergebnis 🙂 .

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Diese kleinen Schmuckstücke bestehen aus einer sahnigen Vanillecreme, gefüllt mit einem Kern aus Orangen und Sanddornaromen, auf einem Biskuit aus gemahlenen Kürbiskernen, die es inzwischen schon fertig zu kaufen gibt. Den Glanz bekommen die Törtchen durch die gefärbte Mirror Glaze und die Goldakzente. Kann der Herbst schöner sein?

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Vanilletörtchen mit Orangen-Sanddornkern

Zutaten für 8 Törtchen

Orangen-Sanddornkern

  • 60 g Sanddornsaft 100% (in Reformhäusern oder hier*)
  • ½ Teel. feiner Abrieb einer Bio-Orange
  • 30 g Zucker
  • 50 g Mascarpone
  • 50 g Schlagsahne
  • 1 ½ Blätter Gelatine

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Die Gelatine in eiskaltem Wasser einweichen. Den Sanddornsaft mit dem Orangenabrieb und dem Zucker in einem kleinen Topf erwärmen. Die eingeweichte Gelatine darin auflösen. Den Saft unter die Mascarpone rühren. Die Sahne schlagen und unter die Mascarponecreme heben. Die Orangen-Sanddorncreme in die Mulden der Silikonform* verteilen und mindestens 4 Stunden einfrieren.

Mirror Glaze

  • 8 g Gelatine (ich habe 5 Blätter verwendet)
  • 120 g Glucosesirup*
  • 60 g Wasser
  • 120 g Zucker
  • 80 g gesüßte Kondensmilch (z.B. ‚Milchmädchen‘)
  • 120 g weiße Kuvertüre (gehackt oder Callets)
  • gelbe, orange und schwarze Lebensmittelfarbe (ich habe diese Gelfarben* verwendet)

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Die Gelatine in eiskaltem Wasser einweichen. Glucosesirup, Wasser und Zucker in einem Kochtopf zum Kochen bringen ( gut 100 Grad). Dann den Topf von der Platte ziehen und unter Rühren zunächst die gesüßte Kondensmilch hinzufügen, dann die Gelatine darin auflösen lassen und sogleich die weiße Kuvertüre dazugeben. Eine Minute warten, dann wieder Rühren, bis keine Klümpchen von Kuvertüre mehr vorhanden sind. Nun die Lebensmittelfarbe unterrühren, bis die von euch gewünschte orange Farbe erreicht ist. (Die schwarze Farbe wird erst zu einem späteren Zeitpunkt eingesetzt!) Die Glasur anschließend durch ein Sieb gießen, um letzte Klümpchen zu entfernen. Die Oberfläche des Mirror Glaze mit Frischhaltefolie bedecken und bis zur Verwendung in den Kühlschrank stellen.

Vanillemousse

  • 100 g Sahne
  • 100 g Vollmilch
  • 1 Vanilleschote
  • 50 g Zucker
  • 1 Essl. Speisestärke
  • 3 Eigelbe
  • 3 ½ Blätter Gelatine
  • 50 g Mascarpone
  • 180 g Schlagsahne
  • 1 Teel. Vanillezucker

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Gelatine in eiskaltem Wasser einweichen. Sahne und Milch in einen Topf geben. Die Vanilleschote aufschlitzen, das Mark und die Schote zur Sahnemilch geben und diese zum Kochen bringen. Parallel dazu die Eigelbe mit dem Zucker und der Speisestärke in einer Schüssel verschlagen. Die heiße Milch unter die Eimasse rühren (vorher die Vanilleschote entfernen). Die Creme durch ein Sieb zurück in den Topf geben und bei milder (!) Hitze erwärmen. Dabei kontinuierlich mit dem Schneebesen rühren bis die Masse eindickt. 1-2 Minuten auf ca. 84 Grad halten, vom Herd nehmen und die eingeweichte Gelatine unterrühren. Die Vanillecreme anschließend in eine flache Schale gießen (so ist die Oberfläche größer und die Creme kühlt schneller ab). Die Oberfläche der Creme mit Frischhaltefolie bedecken und im Kühlschrank auf Raumtemperatur abkühlen lassen. – Danach die abgekühlte Vanillecreme und die Mascarpone verrühren. Die Sahne mit dem Vanillezucker aufschlagen und sorgfältig unterheben. Die Vanillemousse in einen Spritzbeutel mit 10-12 mm Rundtülle füllen und die Stone-Silikonform* damit befüllen. Darauf achten, dass die Form an den äußeren Rändern komplett mit Creme ausgefüllt ist und keine Luftlöcher entstehen. Dabei aber noch genug Platz für die Orangen-Sanddorn Einlage lassen. Diese nehmt ihr nun im gefrorenen Zustand aus der Form und drückt sie in die Vanillemousse, aber nicht zu weit nach unten! Die Oberfläche der Stoneform sollte nun plan abschließen. Dazu diese mit einer kleinen Palette* glattstreichen und die gefüllte Silikonform über Nacht einfrieren. Tipp: Ich stelle die Form vorher schon auf ein kleines Tablett oder Brett in den Kühlschrank bis die Creme fest ist. Erst dann geht’s in den Gefrierschrank. So bin ich sicher, dass nichts im Inneren verrutscht 😉 .

Kürbiskernbiskuit

  • 2 Eigelbe
  • 20 g Zucker
  • 2 Eiweiß
  • 1 Prise Salz
  • 20 g Zucker
  • 30 g gemahlene Kürbiskerne
  • 35 g Mehl
  • 10 g geschmolzene Butter

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Den Backofen auf 180 Grad Ober-  Unterhitze vorheizen. Eigelbe und 20 g Zucker hellschaumig schlagen. Eiweiß mit Salz und 20 g Zucker steif schlagen und auf die Eigelbmasse geben. Das Mehl darüber sieben und zusammen mit den gemahlenen Kürbiskernen unterheben. Einen Esslöffel des Teiges mit der geschmolzenen Butter verrühren und alles zurück zum Teig geben und ebenfalls unterheben. Den Teig in den Maßen von ca. 20×25 cm auf ein mit Backpapier belegtes Blech streichen und 8-10 Minuten bei 180 Grad backen. Abkühlen lassen und Kreise von ca. 5 cm Durchmesser ausstechen.

Fertigstellung

  • ca. 1 Essl. Sanddornmarmelade (habe ich aus etwas Sanddornsaft und Gelierzucker selber gekocht – alternativ Orangenmarmelade)

Vorbereitung: 8 umgedrehte Eierbecher (oder ähnliches) auf einer flachen Schale verteilen. – Das Mirror Glaze über einem Wasserbad auf ca. 40 Grad erwärmen. 2 Esslöffel abfüllen und mit etwas schwarzer Lebensmittelfarbe einfärben und in ein kleines Plastiktütchen füllen.. –  Die gefrorene Vanillemousse aus der Stone-Silikonform herauslösen und mit der glatten Seite nach oben auf die Eierbecher platzieren. Wenn die Glasur eine Temperatur von 32-35 Grad hat übergießt ihr die gefrorenen Törtchen mit der orangen Glasur (achtet darauf, dass ihr nichts frei lasst!) Anschließend sofort eine winzige Spitze des Tütchens mit der schwarzen Glasur abschneiden und ein Muster auf die Törtchen „malen“. -Die Kürbiskernbiskuitscheibchen mit etwas (Sanddorn)-Marmelade bestreichen und auf einer Platte (die in den Kühlschrank passt) bereit legen.  Nun kommt das Kniffeligste 😉 ! Mithilfe von möglichst zwei Paletten o.ä. legt ihr nun jeweils ein Törtchen auf einen Biskuitkreis. Alternativ könnte man mit einem Zahnstocher in das Törtchen stechen und es vorsichtig herüber heben (das habe ich aber bisher nur bei kleineren, leichteren Projekten ausprobiert!) – Etwas Goldflitter für die Garnitur. – Die mit Mirror Glaze überzogenen Törtchen sollten noch am selben Tag serviert werden!

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Wem das alles zu kompliziert ist oder wer einen anderen Look wünscht, der kann die gefrorenen Törtchen alternativ auch mit weißem Velvetspray* besprühen und mit kleinen Pünktchen aus erwärmter Sanddornmarmelade und Goldflitter dekorieren. – Diese Variante hält auch ein-bis zwei Tage im Kühlschrank.

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Mit Klick auf das Rezeptfoto gelangt ihr zu einer druck- und speicherbaren PDF-Rezeptansicht:

*MaLu's-PDF-Rezept

 

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Und hier seht ihr eine Variation in weißem Kleid – die Winter Variante quasi 😀 .

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Wer die Mirror Glaze, aus welchen Gründen auch immer, auslassen möchte. Für den ist diese Variante vielleicht eine schöne Alternative. Hier werden die gefrorenen Vanilletörtchen Rohlinge einfach mit weißem Velvet Spray* besprüht. Sie besteht aus Kakaobutter und es gibt sie in verschiedenen Farben. Okay, es ist nicht ganz billig, doch wenn man die Düse nach Gebrauch fein sauber macht, hält es viele Törtchen lang 😉 .

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Sanddorn ist sehr Vitamin C haltig und gedeiht hier im Norden auf unseren Sandböden ausgesprochen gut. Seine Säure und sein intensives Aroma passen sich, meiner Meinung nach, sehr gut dem der Orange an.  Die sanfte Vanille umhüllt den aromatischen Kern aufs Feinste und rundet den Geschmack ab. Die Törtchen eigenen sich gleichermaßen als Dessert und Kuchen auf dem Kaffeetisch.

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Wenn wir nach Rügen fahren, trinken wir den Sanddornsaft besonders gern als heißen Punsch. Daher kommen auch immer einige Flaschen mit ins Gepäck nach Hause. Ein Fläschchen Sanddornsaft hatte ich noch über den Sommer gerettet 😉 . Hier, in diesen Törtchen, kommt er nun zu Ehren … der Rest wird zusammen mit einer Zimtstange und einem Schuss Amaretto zu Punsch verarbeitet. Wie’s aussieht, müssen wir wohl bald mal wieder an die Küste, um Nachschub zu holen 😉 .

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Unsere Urlaubswoche hat mir unglaublich gut getan. Auch wenn das Wetter herbstlich war – wir haben schöne Sachen unternommen und einfach mal entspannt.

Uns allen wünsche ich nun ein gemütliches und ebenfalls entspanntes Wochenende.

Herzlichst Eure MaLu ♥♥♥

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Tarte au café

Bald schon müssen wir das 10. Kalenderblatt abreißen … wie doch die Zeit verfliegt! Der Oktober ist in unserer Familie der Geburtstagsmonat. Fünf Geburtstage und noch etliche andere Ereignisse tummeln sich wohlverteilt in diesem Monat. Man könnte meinen, dass ich jetzt eine Reihe Geburtstagstortenrezepte hier vor euch aufreihen würde, doch tatsächlich habe ich eher Bewährtes wie z.B. die Torta Caprese (die mein Mann so liebt), Apfelstuten (für meine liebe Mama) und einen schlichten Pflaumenstreuselkuchen (der Liebling meiner Schwiegermama) gebacken. tarte-au-cafe-7a

Doch, wie ihr seht, hat ein weiteres Ereignis, nämlich unser Jahresblogevent der Calendar of Ingredients, mich doch noch dazu animiert zwischendurch etwas Neues auszuprobieren. Die drei Zutaten Schokolade, Kaffee und Kürbis waren vorgegeben und für mich daher eine Gelegenheit ein Rezept, dass ich schon länger auf der Liste hatte, zu backen. Angestiftet und inspiriert zu dieser Tarte au café hat mich kein geringerer als Pierre Hermé mit seiner Tarte infiniment café. Kommt euch der Name bekannt vor? Genau! Ich habe hier schon einmal seine fabelhafte Tarte infiniment vanille nachgebacken. Die war und ist (m)ein unendlicher Vanille-Traum. Dasselbe kann man nun von dieser Tarte erwarten. Sie ist gewissermaßen eine Kaffee-Traum Tarte durch und durch.
tarte-au-cafe-4Zwei Zutaten des Calendar of Ingredients sind also an Bord, nämlich Kaffee und Schokolade. Und auch wenn ich mir ein paar Freiheiten gegenüber dem Originalrezept erlaubt habe, auf den Kürbis habe ich lieber verzichtet. Soweit wollte ich nicht gehen 😀 ! In diesem Monat sind übrigens schon einige sehr schöne Rezepte für den CoI zusammen gekommen. Ich freu mich schon auf die Zusammenfassung bei Sweet Pie.

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Doch kommen wir zum Wichtigstem – dem Geschmack. Ich hab’s an dieser Stelle klick, schon einmal erwähnt: Ich bin kein Fan von Mokkacreme Torten. Doch, auch das habe ich hier schon öfter gesagt, ich werde im Laufe meines Foodblogger Daseins immer wieder eines Besseren belehrt und stelle erneut fest, dass man nicht pauschal und vorab urteilen sollte.  Schon gar nicht, wenn es sich um Torten vom großen Meister Hermé handelt 😉 .

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Jetzt seht euch das mal an, sieht das nicht lecker aus?! Und genauso schmeckt es auch! Na gut, Kaffee sollte man schon mögen. Das gebe ich zu 🙂 . Aber wer hat schon etwas gegen knusprigen Mürbeteig, zartem, mit Kaffee getränktem Biskuit in einer herrlich cremigen Kaffee-Ganache, getoppt von fluffiger Kaffee-Sahne? Da kann man doch nicht Nein sagen, oder?

 

Tarte au café

Zutaten für eine Tarteform oder -ring mit 20 cm Ø und 3 cm hohem Rand

Kaffee-Sahne  (am besten am Tag zuvor zubereiten)

  • 1 Blatt Gelatine
  • 250 ml Sahne 35%
  • 20 g Zucker
  • 15 g gemahlener Kaffee oder 3 Teel. Kaffeegranulat (z.B. Nescafé)

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Gelatine in eiskaltem Wasser einweichen. Sahne, Zucker und Kaffeepulver zusammen aufkochen und drei Minuten ziehen lassen. Wenn ihr gemahlenen Kaffee nehmt, müsst ihr die Sahne danach mehrmals durch ein sehr feines Sieb gießen. Das ist ziemlich mühselig, deshalb empfehle ich Kaffeegranulat (z.B. Nescafé). Die eingeweichte Gelatine zur warmen Kaffee-Sahne geben und darin auflösen. Im Kühlschrank mindestens 4-6 Stunden (über Nacht) abkühlen lassen.

Schoko-Mürbeteig (kann auch tags zuvor vorbereitet werden)

  • 85 g weiche Butter
  • 70 g Puderzucker
  • 30 g gemahlene Mandeln
  • 1 Ei Gr. M
  • etwas gemahlene Vanille
  • 135 g Mehl
  • 15 g dunkler Backkakao
  • 1 Prise Salz

Die weiche Butter mit dem Puderzucker verrühren. Die restlichen Zutaten hinzufügen und zügig zu einem glatten Teig verarbeiten. Diesen in Frischhaltefolie wickeln und für 1-2 Stunden in den Kühlschrank stellen. Tipp: Auch diesen Teig könnt ihr, genau wie die Kaffee-Sahne, bereits am Vortag zubereiten. Dann könnt ihr am nächsten Tag gleich loslegen 😉 .

Am nächsten Tag:

Den Backofen auf 180 Grad Ober-/ Unterhitze vorheizen. Eine Tarteform bzw. -ring mit 20 cm Durchmesser fetten. Den Schoko-Mürbeteig ca. 3 mm dick ausrollen und in die Form legen. Den Rand gerade schneiden (er sollte auf jeden Fall mindestens 3 cm hoch sein!) und den Boden mit der Gabel einstechen. Backpapier in passender Größe zerknüllen und wieder glätten (das macht es geschmeidiger) und auf dem Teig ausbreiten. Keramikbackperlen* oder Hülsenfrüchte als Gewicht in die Form füllen (damit der Rand nicht zusammen sinkt) und die Tarte 10 Minuten vorbacken. Anschließend aus dem Ofen nehmen, die Perlen und das Backpapier entfernen, und die Tarte noch einmal 15-17 Minuten fertig backen. Abkühlen lassen.

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Hinweise: – Sollte der Rand etwas ungerade geraten sein, kann man diese Unebenheiten sehr gut vorsichtig mit einer Reibe begradigen. – Der Teig ist reichlich bemessen. Aus den Resten backe ich Kekse oder kleine Tartelettes, die ich in einer Blechdose aufbewahre. Sie bleiben dort eine Woche frisch und können bei Bedarf rasch mit leckerer Creme oder Früchten gefüllt werden.

Biskuit-Einlage

  • 1 Eiweiß Gr. M
  • 25 g Zucker
  • 1 Eigelb
  • 15 g Mehl
  • 10 g Stärkemehl

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Ein Backblech mit Backpapier belegen. Der Backofen sollte 180 Grad heiß sein. Eiweiß steifschlagen, dabei den Zucker einrieseln lassen. Das Eigelb sachte unterrühren. Mehl und Stärke darübersieben und unterheben. Den Teig in einen Spritzbeutel mit 10 mm Rundtülle füllen und eine Spirale mit ca. 16-18 cm Ø spritzen. Im Backofen ca. 10-12 Minuten backen.

Tränke

  • 1 Tasse Espresso
  • 1 Teel. Zucker

Zucker im heißen Espresso verrühren und bis zur Verwendung beiseite stellen.

Kaffee-Ganache

  • 180 g weiße Kuvertüre, gehackt oder Callets*
  • 125 g Sahne
  • 1 ½ Teel. Kaffeegranulat (z.B. Nescafé)

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Sahne mit dem Kaffeegranulat aufkochen und über die Kuvertüre gießen. Einen Moment stehen lassen und die Ganache dann glattrühren.

Fertigstellung

Die Hälfte der Kaffee-Ganache in die Tarte füllen. Die Biskuitscheibe passend zurechtschneiden und auf die Ganacheschicht legen. Den Biskuit mithilfe eine Pinsels mit der gesüßten Espressotränke bestreichen. Danach die restliche Kaffee-Ganache über den Biskuit gießen. Die Tarte für mindestens eine Stunde in den Kühlschrank stellen. tarte-au-cafeAnschließend die tags zuvor vorbereitete Kaffee-Sahne mit dem Mixer steifschlagen, in einen Spritzbeutel mit Rundtülle füllen und kleine Tupfen auf der Tarte verteilen. Die Tarte mit Schoko-Mokkabohnen, Blattgold und Schokoladenabrieb verzieren. Die Tarte hält sich 1-2 Tage abgedeckt im Kühlschrank.

Mit Klick auf das Rezeptfoto gelangt ihr zu einer druck- und speicherbaren PDF-Rezeptansicht:
---Rezeptdruck

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Entgegen dem Original habe ich mich für einen Schoko-Mürbeteig entschieden. Aus dem einfachen Grund, das Thema Schokolade auch nach außen sichtbar zu machen. Mein absolutes Highlight der Tarte ist aber die Kaffee-Ganache und der darin eingelegte, getränkte Biskuit. Diese Füllung mutet fast wie Karamell an, worauf auch einige der Tester tippten. Ich fand den Geschmack und die Konsistenz einfach hinreißend. Ich sag euch: Unbedingt nachbacken! 🙂

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Der Geburtstagsmarathon ist nun also vorbei und wir sehen einer Woche Urlaub entgegen. Vielleicht schaffen wir es ja, wenn schon keine größere Reise geplant ist, mal den einen oder anderen Ausflug in unserem schönsten Bundesland zu unternehmen. Die nordfriesischen Inseln rufen 😉 – drückt uns mal die Daumen, dass das klappt. Ansonsten freue ich mich mal auf’s Ausschlafen und Entspannen. Einfach mal Zeit zu haben … 🙂

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Ich wünsche euch ein schönes letztes Oktober-Wochenende. Die Uhren werden zurück gestellt und wir bekommen unsere verlorene Stunde Schlaf  zurück 🙂 . Genießt es und macht es euch gemütlich.

Seid ganz herzlich gegrüßt

Eure MaLu ♥♥♥

Quelle: aus Rêves de pâtissier* – Pierre Hermé 

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