Kirsch Pie 1 + 2 oder „Ungeduld hat häufig Schuld“

Ja, ja, Wilhelm Busch hat schon gewusst wovon er spricht … 😉

Geduld ist eine der Tugenden, die bei mir offensichtlich in unterschiedlichen Lebenslagen ungleich ausgeprägt ist. Gelte ich im zwischenmenschlichen Bereich, in der Kindererziehung und bei nörgelnden Kunden als sehr geduldig, so bringen mich unsinnige Sturheit oder ein Staubsauger, der sich zickig hinter irgendwelchen Ecken festhakt innerhalb kürzester Zeit so zur Weißglut, dass man tunlichst in Deckung gehen sollte 😉 . Aber auch bei eher positiven Ereignissen bringt mich die Ungeduld auf’s freudige Ereignis gerne mal ins Stolpern. So geschehen am vorletzten Wochenende, an dem ich meine erste Kirsch Pie gebacken hatte. Strahlend schön kam sie aus dem Backofen, genau so wie ich sie mir vorgestellt hatte. Da wir aber Kaffeebesuch erwarteten musste sie schnell noch für einige schöne Fotos in Szene gesetzt werden. Hach, wie appetitlich sie so rustikal in der Form aussah!  So goldbraun und noch warm!

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Aber den schönen knusprigen Rand, den wollte ich doch meinen Lesern auch zeigen. Also schnell runter mit der Form und …. ihr ahnt es 😦 . Der superfrische Mürbeteig mit der weichen, heißen Kirschfüllung zerbrach und alles landete auf der rotkarierten Tischdecke. Na toll!! – Naja, half ja nichts – selber schuld! Wer nicht warten kann…  Wir haben die Pie dann trotzdem noch mit Appetit verspeist und unsere Gäste lobten sie, trotz des demolierten Äußeren.

◊◊◊

Neuer Kuchen – Neue Tischdecke – Neues Glück.

Vergangenes Wochenende gab’s einen Neustart in Sachen Kirsch Pie. Die Mengenangaben wurden dann auch gleich noch einmal modifiziert und diesmal hat’s denn auch geklappt, mit der Geduld (auch wenn’s schwer fiel 😉 )

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Auch wenn man’s auf dem Foto nicht sieht, so habe ich etwas weniger Flüssigkeit in die Kirschfüllung gegeben und den Teig ein wenig dicker gemacht, so dass ein wirklich schöne knusprige und dennoch mürbe Kruste entstanden ist, die ich immer ganz besonders liebe.

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Als fruchtiges Knusperdessert genauso geeignet wie als Sonntagnachmittag Kuchen. Zeitlich nicht aufwändig – Wenn ihr den Teig nach dem Frühstück knetet und das Kompott kocht, 2 Stunden Wartezeit mit dem Liebsten verbringt und dann die Pie zubereitet, könnt ihr sie nachmittags noch warm (hüstel) genießen 😉 .

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Na, dann mal los!

Ich habe die Pie in einer Tarteform mit Hebeboden zubereitet die einen Durchmesser von ca. 18 cm hat.

Teig:

  • 200 g Mehl
  • 120 g Butter
  • 80 g Zucker
  • 1 Eigelb
  • 1 Prise Salz
  • 1 El Wasser

Mehl, Zucker und Salz  in eine Schüssel geben, die kalte, in Würfel geschnittene Butter hinzufügen und die Masse so lange zwischen den Fingern verreiben, bis eine feinkrümelige Masse entstanden ist. IMG_5233_bearbeitet-1

Dann das Eigelb und das Wasser auf die Krümelmasse geben und mit den Händen zu einem glatten Teig verkneten. Ggf. noch 1 El Wasser hinzufügen. Ich habe die Teigmenge geteilt in eine 250 g und eine 160 g Kugel und diese, in Folie verpackt, für zwei Stunden in den Kühlschrank gelegt. So habt ihr später gleich die richtigen Mengen für die Form und den Deckel. IMG_5234_bearbeitet-1

Nun wird erstmal wird das Kompott gekocht, denn es soll ja auch noch etwas abkühlen.

Kirschkompott:

  • 350 g Kirschen abgetropft (entspricht einem Glas)
  • 100 ml Kirschsaft
  • Saft einer 1/2 Zitrone
  • 2 El. Zucker
  • 1 El. Stärkemehl
  • Zimt nach Geschmack

Selbstverständlich könnt ihr auch jedes andere Obst nehmen, genauso wie frische Früchte, aber manchmal soll’s ja schnell gehen 😉 .

Alle Zutaten in einen Topf geben und kalt verrühren. Dann einmal aufkochen lassen. Zum Abkühlen beiseite stellen.

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Den Backofen auf 180 Grad vorheizen und die Backfrom gut einfetten (für solche Formen eignet sich Backtrennspray besonders gut). Den Teig aus dem Kühlschrank holen und die größere Kugel in Backformgröße ausrollen. Übrigens: Wenn der Teig nach der Ruhezeit im Kühlschrank zu kalt ist lasst ihr ihn etwas warm werden. Nicht so viel kneten, sondern höchstens mit den Händen etwas drücken und dabei erwärmen.

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Ich habe noch einen Teelöffel voll Paniermehl auf den Teig gestreut und dann das Kompott hineingefüllt. Nun die zweite Teigplatte in passender Größe ausrollen und auf das Kompott legen. Die Ränder etwas zusammendrücken und in der Mitte mit einem Ausstechförmchen ein ‚Ofenloch‘ (oder mehrere) ausstechen. Mit etwas Milch verquirltem Eigelb bestreichen und mit grobem Zucker bestreuen.

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Bei 180 Grad ca. 30-35 Minuten goldbraun backen.

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Wie ihr seht habe ich diesmal meine Ungeduld bezwungen und die Kirsch Pie erst aus der Form befreit, als sie (einigermaßen 😉 ) abgekühlt war. So frisch ist sie einfach superlecker und knusprig.

Wie geht es euch? Ist euch auch schon aus Ungeduld ein Kuchen misslungen oder seid ihr immer besonnen?

Liebste Grüße

Eure MaLu  ♥♥♥

21 Kommentare zu “Kirsch Pie 1 + 2 oder „Ungeduld hat häufig Schuld“

  1. Oh Maren, Du schreibst mir aus der Seele. Ich bin eigentlich recht geduldig aber gerade wenn es um solche Dinge geht oder um irgendwelche Dinge, die ich herbeisehne, dann werde ich so ungeduldig, dass meist auch irgendwas schief läuft. Da muss ich wirklich noch dran arbeiten…
    Deine Pie sieht zauberhaft aus und am liebsten würde ich gleich in die Küche rennen und auch eine Pie zaubern aber heute bleibt der Ofen einmal aus und dafür geht es ab in die Sonne. 😉

    Genieße das fabelhafte Wetter und lass es Dir gut gehen.

    Viele Grüße
    Sarah

  2. Das kennen wohl die meisten von uns, aber die Kirsch-Pie sieht wirklich zum Anbeißen aus. Bei meinen Avocado-Limetten-Schnitten wurde es auch sehr heiklig, ich holte die Stücke nämlich auch noch warm aus Form zum Fotografieren, und natürlich war das zu weich, konnte ich aber noch ein bisschen zurecht rücken. Dabei weiß man es ja eigentlich, dass der warme Teig bricht, oder? Ein sonniges Wochenende, lg Marlies

    • Ja, man weiß es. Aber irgendwie ist ja manchmal auch ein Druck da schnell zu fotografieren, da man z. B. das Gericht noch heiß essen möchte (was bei mir allerdings nicht der Fall war 😉 ).
      Naja, wir arbeiten dran…
      Dir auch ein sonniges Wochenende (ist das nicht herrlich? )
      Liebe Grüße Maren

  3. Oh das kenne ich alles nur zu gut. Ich habe bei so etwas auch keine Geduld! Ich will dann immer nur kurz ein bisschen schauen und dann noch ein bisschen und dann denke ich mir: Ach kann ich bestimmt schon aus der Form nehmen. Aber natürlich geht das immer schief. Da sind wir uns sehr ähnlich.
    Dein Pie sieht mega lecker aus. Leider habe ich keine Tarteform, bei der ich den Boden raus heben kann. Dann bekomme ich die Pie sicherlich noch schwerer raus oder?
    Ich wünsche Dir ein ganz tolles und sonniges Wochenende 🙂
    Ich mach mich jetzt auf den Weg Richtung Müritz. Bis nächste Woche 🙂

    • Ach, du Glückliche! Bei diesem tollen Wetter an die Müritz – wie wunderschön!
      Die Pie bekommst du eigentlich sehr gut aus der Form – vorausgesetzt sie ist abgekühlt (hüstel) 😀 Aber so eine Form mit Hebeboden ist einfach praktisch. Ich bin dabei, alle Formen durch solche mit Hebeboden zu ersetzen. Gerade habe ich heute meine Lakeland-Bestellung bekommen – Zwei 18cm Kuchenformen (ähnlich wie Springformen), die auch noch wasserdicht sind, so dass man darin auch Cheesecake im Wasserbad machen kann. Echt toll!

      Ganz liebe Grüße
      Maren

  4. Uiuiui, von solch unregelmäßig verteilter Geduld kann ich ein Liedlein singen. 😉 Deshalb gibt’s auch bei uns oft ein „zweites Mal“. Dein Kirsch-Pie sieht wunderschön aus!
    Liebe Grüße + ein schönes Wochenende,
    Eva

    • Danke, Eva! Es ist schon komisch, dass man so unterschiedlich reagiert, oder? Das Gute am ‚zweiten Mal‘ ist aber, dass das Ergebnis meist etwas besser wird (hatten wir doch schon einmal festgestellt, nicht wahr ?)
      Dir auch ein schönes, sonniges Wochenende
      Maren

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